Ergebnisse des Forschungsprojekts


Allgemeine Erkenntnisse

Der Online Fragebogen ergab, dass sich die Teilnehmer am meisten davor fürchten, dass im Falle eines Krieges oder einer Naturkatastrophe, Menschen sämtliche Moralvorstellungen missachten, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Auch vor dem extremen Anstieg von Gewaltbereitschaft und Toleranz gegenüber Gewalt innerhalb der zukünftigen Gesellschaft und der freizügigen Preisgabe persönlicher Daten im Internet fürchten sich viele der Befragten. 

 

Frauen haben generell mehr Angst vor dystopischen Szenarien als Männer. Die Geschlechter ähneln sich zwar in ihren Grundängsten, Frauen haben jedoch mehr Angst vor Genmanipulation und der Züchtung menschlicher Klone als Männer, welche sich stärker vor einer möglichen Überbevölkerungen der Erde fürchten.

 

Befragte bis 35 Jahren haben tendenziell mehr Angst davor, dass künstliche Intelligenzen ein eigenes Bewusstsein entwickeln und Macht erlangen, als ältere Befragte. Diese fürchten sich vor der Verrohung der Gesellschaft durch Gewaltdarstellungen in den Medien und davor, dass Vororte von Großstädten verarmen werden.

 

 

Zusätzlich wurde die Persönlichkeit von Viel- Normal- und Wenigsehern dystopischer Unterhaltungsmedien betrachtet. Die Auswertung zeigt, dass es keine großen Unterschiede zwischen den drei Gruppen gibt. Wenigseher sind durch-schnittlich etwas gewissenhafter, herzlicher und extrovertierter als Vielseher. Diese sind tendenziell gelassener, vorsichtiger, nachlässiger und miss-trauischer. Keine Unterschiede gibt es bei Ängstlichkeit und Vorsicht. Damit zeigt sich, dass Vielseher nicht auf Grund ihrer Persönlichkeit generell mehr Angst haben.

Kultivierungsergebnisse

Vielseher haben mehr Angst vor dystopischen Szenarien als Normal- und Wenigseher.

 

Durch eine Korrelationsanalyse nach Pearson wurde ein kultivierungsbestätigendes

Ergebnis gefunden. Besonders groß ist der Zusammenhang von häufiger Dystopienutzung

und Zukunftsangst bei der Angst vor Überbevölkerung der Erde und der Notwendigkeit auf Raumstationen auszuwandern sowie vor Entstehung von Armenvierteln in Deutschland

und der Verelendung von Vorstädten zu Ghettos.

 

Außerdem gleichen Vielseher von dystopischen Unterhaltungsmedien ihr zukunftsgerichtetes Verhalten an die Inhalte dieser Medien an. Von den Vielsehern haben doppelt so viele Befragte,

im Vergleich zu den Wenigsehern, schon einmal darüber nachgedacht sich eine Waffe zuzulegen. Darüber hinaus gaben dreimal so viele Vielseher an, Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen, um auf einen Notfall vorbereitet zu sein.

 

Dieses Verhalten passt zu dystopischen Medieninhalten, in denen häufig Lebensmittelknappheit durch Krieg oder Überbevölkerung, Bedrohung durch gewaltbereite Menschen und die

Übernahme der Macht durch künstliche Intelligenz gezeigt wird.

Zudem wurde mit Hilfe einer Kovarianzanalyse herausgefunden, dass die Variablen persönliche Erfahrung und interpersonale Kommunikation einen schwächenden Effekt auf die Kultivierung von Zukunftsängsten haben können. Das bedeutet, dass unter der Kontrolle dieser Variablen der Einfluss von Dystopienutzung auf die Zukunftsangst verkleinert wird.


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